Artikel zur Regionalisierung von Gesundheitsindikatoren

Zusammenfassung
Die bundesweit repräsentativen Gesundheitssurveys des Robert Koch-Instituts wurden bisher nicht herangezogen, um Aussagen zu regionalen Unterschieden in der gesundheitlichen Lage zu machen. Mit der „Small-Area-Estimation“ wird ein Verfahren beschrieben, das es künftig ermöglichen soll, zu kleinräumigen Schätzwerten für Gesundheitsindikatoren zu gelangen. Im vorliegenden Beitrag werden anhand dieses Verfahrens mit den Daten der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell 2009“ regionale Unterschiede auf Kreisebene für den allgemeinen Gesundheitszustand („nicht gut“ oder „sehr gut“), die Rauchquote und die Prävalenz von Adipositas analysiert. Dazu werden den Daten der GEDA-Studie Regionalindikatoren aus der INKAR-Datenbank 2009 zugespielt. Die Ergebnisse werden mit thematischen Karten grafisch dargestellt. Anschließend werden die Ergebnisse den Daten aus dem Mikrozensus 2005 des Statistischen Bundesamtes gegenübergestellt. Dabei zeigt sich eine große Übereinstimmung beider Datenquellen. Die Small-Area-Estimation hat somit das Potenzial, zukünftig kleinräumige epidemiologische Daten für die  Gesundheitsberichterstattung bereitzustellen. Dadurch könnte in Zukunft etwa die Evidenz für die Planung von  Präventionsmaßnahmen weiter verbessert werden.

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Schlüsselwörter
Regionale Unterschiede · Mehrebenenanalysen · Gesundheitsberichterstattung · Rauchen · Adipositas

Arbeitslosigkeit und Gesundheit

In den letzten Tagen sind zwei Artikel zum Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Gesundheit aus Quer- und Längsschnittlicher Perspektive erschienen. Der erste Artikel im Deutschen Ärzteblatt beschreibt auf Basis aktueller Daten der GEDA-Studie 2009 für Deutschland aus dem Jahr 2009 den Zusammenhang zwischen Arbeitlosigkeit, sozialer Unterstützung und verschiedenen Formen von gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Der zweite Artikel aus dem International Journal of Public Health beschreibt die Entwicklung des Zusammenhangs zwischen Arbeitslosigkeit und Gesundheit zwischen 1994 und 2008 auf gesellschaftlicher und auf individueller Ebene anhand von Daten des SOEP. Insgesamt erscheint Arbeitslosigkeit auf Basis dieser Befunde als in den letzten Jahren zunehmend bedeutsame soziale Determinante der Gesundheit. Die gesundheitlichen Folgen der Arbeitslosigkeit können auf individueller Ebene durch den Rückgriff auf soziale Ressourcen wenn auch nicht negiert, so doch abgemildert werden.

Buch zur Entwicklung gesundheitlicher Ungleichheiten in der BRD


Sozialer Wandel, soziale Ungleichheit und Gesundheit
Die Entwicklung sozialer und gesundheitlicher Ungleichheiten in Deutschland zwischen 1984 und 2006

Kurzbeschreibung
In den letzten 20 Jahren wurden die sozialen Sicherungssysteme des deutschen Sozialstaat grundlegend umgestaltet. Ziel war es, ihre nachhaltige Finanzierung auch angesichts des demographischen Alterung und einer anhaltend hohen Arbeitslosigkeit zu gewährleisten. Im Buch wird dargestellt, dass sich im Zuge dieser Prozesse soziale Unterschiede in Deutschland nicht nur ausgeweitet sondern auch deutlich verschärft haben. Gesundheitliche Ungleichheiten haben sich ebenfalls ausgeweitet. Besonders hiervon betroffen sind die Arbeitslosen, die seit 1984 zunehmend sozial und auch gesundheitlich ausgeschlossen und abgehängt wurden.

Diese Studie wurde am 16.9.2010 auf der Tagung ‚Schnittstellen‘ der DGMS und DGMP mit dem Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuches der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie e.V. ausgezeichnet.

Erscheinungsdatum: 20.9.2010

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Neuer Artikel zur Entwicklung gesundheitlicher Ungleichheiten: Einkommen

Kroll, LE, Lampert, T (2010). Zunehmende Unterschiede im subjektiven Gesundheitszustand zwischen den Einkommensschichten. Analysen zu einem Aspekt der gesundheitlichen Ungleichheit. ISI (43). S.5-8.

Soziale Unterschiede in der Gesundheit und Lebenserwartung werden in den letzten Jahren verstärkt diskutiert. Ungeachtet eines hohen allgemeinen Wohlstandsniveaus und einer gut ausgebauten medizinischen Versorgung der Bevölkerungen bestehen in den meisten europäischen Wohlfahrtsstaaten weiterhin ausgeprägte, sozial strukturierte Ungleichheiten in der Gesundheit und Lebenserwartung (Mackenbach 2006, Mielck 2005). Bisher gibt es allerdings nur wenige Studien, die Aussagen zur Entwicklung gesundheitlicher Ungleichheiten zulassen. Im vorliegenden Beitrag wird auf Basis der Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP 1994-2007) für Deutschland untersucht, ob sich soziale Ungleichheiten in der Gesundheit ausgeweitet haben.